Über die Dächer des Kölner Domes

 

Ich habe einen Platz bei einer sehr gefragten Führung im Kölner Dom ergattert. Es geht über die Dächer der gotischen Kathedrale Kölns.

 

Vor die Freude kommt die Pflicht: die Nutzung des Lastenaufzuges! In einer Ecke reckt sich das Rohrgeflecht 40m senkrecht in die Höhe. Einsteigen, Rolltor zuziehen und los geht es. Mit Gerumpel und Gerüttel schraubt sich die Aufzugplattform nach oben. Meine Geheimwaffe: fotografieren was die Kamera hergibt. So bleibt keine Zeit für Angstgefühle.

 

In 20m Höhe steigen wir aus und begeben uns ins Innere. Ein sehr enger Weg führt an der Wand entlang. Es ist aufregend, in die Tiefe des Dom Inneren zu schauen oder Kirchenfenster auf Augenhöhe zu betrachten. Ständig müssen schmale Türen geöffnet und wieder verschlossen werden. Stufen, Treppen, Ecken wollen beachtet werden – dabei möchten wir doch unbeschwert schauen und fotografieren.

 

Ein kurzes Stück Wendeltreppe bringt uns auf 27m hinauf. Jetzt laufen wir auf Nasennähe am Richter-Fenster vorbei – gigantisch.

 

Wir wechseln auf den äußeren Rundweg. Die filigran anmutenden Stützpfeiler, groteske Wasserspeier, herrliche Weitblicke, gekoppelt mit fundierter und launiger Information, begeistern uns.

 

Ein weiteres Stück Wendeltreppe bringt uns in den Dachstuhl. Wir hören, dass 1876 bei der Vollendung des Kölner Doms die Neuerungen der Technik genutzt wurden. Kein Dachstuhl aus Holz, sondern aus Metall. Das hat den Dachstuhl im Krieg vor völliger Zerstörung bewahrt und außerdem ist das Gewicht um ein vielfaches geringer. Nach der Fertigstellung kamen Fachleute aus aller Welt, um sich diese Neuheit anzusehen.

 

Gleich neben uns, auf dem Dachboden, befinden sich die Wölbungen der einzelnen Deckenkuppeln mit den jeweiligen Schlusssteinen. Es ist soooo beeindruckend!

 

Für uns hieß es nun, eine filigrane Eisenwendeltreppe durch den Dachstuhl nach oben steigen. Igiiitt! Schön konzentriert auf die Füße des Vordermannes schauen. Die Belohnung erfolgt oben im Vierungsturm (der kleinere Turm am Dachende Richtung Hohenzollernbrücke). Die Aussicht über Köln war so wundervoll, zumal Petrus mitspielt und uns reichlich Sonne schickt. Als dann auch noch eine Dom-Glocke anfängt majestätisch zu läuten, war unsere Begeisterung nicht mehr zu stoppen.

 

Nach hoch interessanten zwei Stunden ging es wieder nach unten. Bei einem Kölsch gleich nebenan, haben wir uns noch lange über die einmaligen Eindrücke unterhalten.

 

 

ps: Die Führung kann als Gruppe mit max. 17 Personen (mehr fast der Aufzug nicht) direkt über den Dom gebucht werden. Bei Einzelpersonen bietet sich die Volkshochschule oder diverse Kölner Bürgervereine an. Lange Wartezeiten sind einzukalkulieren.