Alken, Burg Thurant

 

Ab Bahnhof Löf begann ich meine Wanderung. Nebelschwaden waberten über die Mosel. Aber das kenne ich schon, der wird sich bald lichten. Nach Alken, auf die andere Moselseite, führt eine Brücke.

 

Von hier aus hatte ich den ersten Blick auf die im Dunst liegende Burg Thurant. Für den Aufstieg wählte ich denschattigen Fahrweg durch den Wald, der sich behutsam nach oben schlängelte. 

 

Zum besseren Verstehen eine Kurzfassung zur Geschichte: Wie alle anderen Burgen hat auch die Burg Thurant eine wechselvolle Geschichte. 1.200 erbaut, war sie wenig später zur Raubritterburg geworden. Um das Raubritternest auszumerzen, einigten sich 1.245 die Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln und Trier und zogen mit ihren Heeren vor die Burg. Die Belagerung dauerte zwei Jahre, dann kapitulierten die Burginsassen.

 

Die beiden Erzbischöfe teilten sich die Beute. Es wurde eine Kölner und eine Trierer Burghälfte, durch eine dicke Mauer abgetrennt. Jede Hälfte hatte Burgtor, Bergfried, Palas etc. Die ausführlicche Geschichte steht hier.

 

Ich begann mit meiner Besichtigung. Gleich zu Anfang möchte ich sagen: noch niemals sah ich eine Burganlage, die so liebevoll gepflegt wird. Die Innenhöfe sind mit Blumen, Büschen und Bäumen bepflanzt. Es stehen Bänke an schönen Punkten, Holzgitter liegen auf steinigen Sitzplätzen oder eine kleine, versteckte Sitzgarnitur mit Tisch & Aussicht.

 

Immer wieder geht es einige Stufen hinauf, hinab, durch Tore und Türen . . . überall gibt es interessante Sachen zu sehen. So der Weinkeller, in dem viele alte Arbeitsgeräte aufbewahrt werden. Oder die Burgkapelle mit ihren heroisch wirkenden Glasfenstern & Inventar. Wunderbar der alte Pferdestall und davor der monströse Flaschenzug um Ritter in Rüstung aufs Pferd zu heben.

 

Eine Treppe führt zum Turm hinauf. Im I. Stock befindet sich ein Angstloch im Boden. Der Kerker ist nur durch Abseilen zu erreichen. Gefangene wurden an einem Seil heruntergelassen und manchmal vergessen. Angeblich ist das Skelett unten im Verlies echt – egal, sieht gruselig aus.

 

Nach einer Stunde hatte ich mir alles angesehen, jetzt kam die Belohnung! An der Kasse holte ich mir ein Glas Wein, probierte verschiedene Plätze aus. Der eine Platz ließ keinen Blick auf die Mosel zu, der andere war zu sonnig – dann fand ich ihn, meinen Lieblingsplatz. Ein kleines Eckchen auf dem zweiten Hof, umgeben von hohen Sonnenblumen, mit weitem Blick über die Mosel. 

 

 

 

Anfahrt: bis Koblenz per Zug, dann entweder mit dem Zug bis Löf oder per Bus bis Alken
Kosten: Tages- oder Wochenendticket

Einkehr: Burg-Kiosk oder Alken