Brodenbach, Ehrenburg

 

Die Ehrenburg  liegt im Hinterland des Moseltals.  Ab Bhf. Löf ließ ich mich per Taxe auf die Hunsrückhöhe fahren. Ich stehe vor einem riesigen Holztor. „Bitte klingeln“ lese ich auf einem Schild. Eine mittelalterlich gekleidete Frau öffnet und bittet als erstes um Brückenzoll – aber gerne.

 

Auf dem Hof sind Handwerkszeug und Rüstungsteilen aufgebaut. Lange Tische und Bänke laden zum Verweilen ein. Ich habe Glück, außer mir stöbert nur ein Ehepaar durch die Burg.

 

Ich kann es kaum erwarten, den breiten, wuchtigen Pfortenturm zu betreten. Über den sanften Ansteigung konnte jeder Reiter, jedes Gefährt in den oberen Hof gelangen.

Es sind Schießscharten für Gewehre und Kanonen vorhanden. Schräg nach oben laufende Rauchabzüge des großen Kamins sorgten dafür, dass beißender Pulverdampf schnell abziehen konnte. 

 

Ich schaue skeptisch nach oben. Der 18m hohe doppeltürmige Bergfried ragt unendlich weit in den Himmel. Egal, ich möchte da oben stehen. Eine Wendeltreppe führt nach oben. Aus jedem Fenster schaue ich hinaus, die Sicht wird jedes Mal beeindruckender. Die Treppe wird mal wieder atemberaubend steil.

 

Fast oben, gibt es einen Verbindungsgang zum zweiten Turm. Die Wächterkammer mit dem Angstloch ist noch zu bestaunen. Kurz erwähnt: an einem Seil wurden Verurteilte durch ein (Angst)Loch im Boden in den Kerker herabgelassen.

 

Noch einige Stiegen und ich stand an der höchsten begehbaren Stelle. Ich hatte einen wunderbaren Blick über die bewaldeten Höhen und Täler.

 

Nach dem Abstieg hatte ich mir eine ausgiebige Pause im Rittersaal verdient. In der lauschigen Kemenate saß bereits das nette Ehepaar. Kurz entschlossen fragte ich sie, ob es genehm wäre. Wir haben uns prima unterhalten. Jeder nahm ein Stück von der „zahmen Sau“ mit deftigem Brot und ein Glas Wein.

 

Nun wurde es Zeit an den Rückweg zu denken. Zuerst etwas steil, wurde der Weg durchs Ehrenburgertal bald angenehm. Das letzte Stück des ausgeschilderten Wanderwegs führt leider auf der Landstraße nach Brodenbach, das hat mir als einziges nicht gefallen.

 

Fahrt: bei Taxe-Nutzung von Köln bis Löf mit dem Zug, umsteigen in Koblenz, wer beide Strecken läuft: ab Koblenz mit dem Bus bis Brodenbach
Kosten: am Besten ein Gemeinschaftsticket, Eintritt wochentags/sonntags unterschiedlich
Wanderlänge: pro Strecke 7 km
Einkehr: in der Burgschenke oder in Brodenbach

Wanderkarte: Maifeld und Untermosel 1:25.000

 

Besuch Herbst 2010