Kestert, Pulsbachklamm

 

Am frühen Morgen fuhr ich los zur Pulsbachklamm. Nach einer schönen Zugfahrt kam ich im kleinen Rheinort Kestert an. Ungefähr 2 km ging ich an der Uferstraße entlang, es gab viel zu sehen. Auch im Herbst fahren noch unzählige Kabinenschiffe auf dem Rhein, nur übertroffen von den riesigen Container-Schiffen. Die Möwen am Ufer springen bei den ankommenden Wellen erschrocken hoch. 

 

Dann endlich das Schild „Pulsbachklamm.  Zwischen alten Weinbergsmauern und dem Pulsbach schlängelt sich der Pfad bergan. Manchmal sind Metallbohlen nötig, um den Pfad zu sichern.

 

Schmal und finster ist es. Bäume halten das Licht vom Boden fern. Der Bach gurgelt und schäumt von einer Felsstufe zur nächsten. Manchmal stürzt er sich mutig in die Tiefe, um von einem kleinen Teich beruhigend aufgefangen zu werden.

 

Viel zu schnell erreiche ich die Kehre, die mich höher bringen soll. Also Tschüß, schönes romantisches Tal. Was ich nicht ahnte – mein Weg wurde zum stellenweise ausgesetzten Felsenpfad. Wow!  An der höchsten Stelle steht eine Bank, eng an die Felswand gedrückt. Hier machte ich trotzig Pause. Der Ausblick aus dem Pulsbachtal heraus und auf die gegenüberliegende Rheinhöhe drängte jedes Unbehagen nieder.

 

Ein kurzes Stück Felsenweg lag noch vor mir. Niedrig gewachsene Eichen verhinderten den Blick in die steil abfallende Tiefe – gut so. Später kam mir der sonst verpönte breite Waldweg sehr gelegen – Entspannung pur.

 

Als es steil bergab ging, dachte ich schon: oh, geschafft. Aber denkste! Eine kleine Senke „nur so zum Spaß“ musste gequert werden. Hier beginnt übrigens ein Bergbau- und Landschaftspfad. 

 

In der ersten Kehre des Abstiegs steht Burg Maus in ihrer ganzen Pracht. Der Weg geht in sachten Kurven den Berg hinab, der kleine Ort Wellmich empfängt mich. Die einzige Straußwirtschaft lasse ich links liegen. Das wird mir noch Leid tun, an der Hauptstraße finde ich später keine Einkehrmöglichkeit, schade.

 

Anfahrt: Mit dem Zug ab Köln bis Koblenz, umsteigen, bis Kestert fahren
Kosten: zu mehreren lohnt sich das Schöner Wochenendticket
Wanderkarte: Rheinsteig 1:50.000
Wanderlänge: ca. 9 km

Wanderung Herbst 2010