Niederheimbach, Burg Sooneck

 

Während meiner Anfahrt lag dichter Nebel über dem Rheintal. Das irritiert mich nicht mehr, ich weiß, dass er sich bis mittags aufgelöst hat.

 

Ab Bahnhof Niederheimbach nehme ich den Rheinhöhenweg. Die kurze Strecke zur Burg Sooneck führt durch einen Weinhang und Wald (Parkplatz). Ich möchte mir die Burg aber zuerst von oben anschauen, also weiter wandern. Eine Hinweistafel lockt mit „Siebenburgenblick“, na das ist doch was.

 

Nach gut 3 km komme ich am hölzernen Aussichtsturm an. Die Sicht ist sehr schön, das herbstliche Licht fotogen, nur alle 7-Burgen fand ich nicht.

 

Unter mir lag Burg Sooneck. Den bequemen weiteren Waldweg wollte ich nicht zurückgehen. Ich entschied mich für den steilen Pfad, der stracks auf die Burg zulief. Oh ha! So konzentriert setzte ich schon lange nicht mehr einen Fuß vor den anderen. Irgendwann mündete der steile Pfad auf einen normalen Waldweg und flott war ich an der Burg.

 

Wenige Minuten vorher hatte eine Führung begonnen. Ich beeile mich, daran teilzunehmen. Eine Burgbesichtigung ist nur während einer Führung möglich.

 

1834 ist die Burg von den Preußenprinzen gekauft worden. Sie ließen es zum Jagdschloss ausbauen. Das Biedermeier-Mobiliar ist der damaligen Zeit nachempfunden. Einige Bilder zeigen König Friedrich Wilhelm III., den Vater der Preußenprinzen.

 

Wie immer liegt mein Augenmerk auf den Außenanlagen. Es gibt schmale Treppen, lange Wehrgänge, einen Balkon à la Romeo und Julia, hübsche Rosengärten, Bänke zum Verweilen.

 

Auf einem kleinen Hof befindet sich die Terrasse des Burg-Cafés. Leider mit direktem Blick auf den Kiesabbau. Die Burg deshalb nicht zu besuchen, wäre schade; sie ist wirklich interessant.

 

Anfahrt: ab Köln bis Niederheimbach mit dem Zug, umsteigen in Koblenz

Kosten: z. B. Schöner Wochenendticket.
Einkehr: Burg-Café

Wanderkarte:Oberes Mittelrheintal – Rüdesheim Bingen, 1:25.000  

Besuch Herbst 2011