Oberwesel, Schönburg

 

An einem Herbstmorgen fuhr ich am Rhein entlang nach Oberwesel. Ich wollte die Schönburg endlich aus der Nähe sehen.  Wieder ließ der sonnendurchflirrte Nebel ganz bezaubernde Ausblicke auf das Wasser zu.

 

Schon vom Oberweseler Bahnhof aus ist die gewaltige ‚Ganerbenburg’ hoch oben am steilen Fels zu sehen. Ganerbenburg bedeutet, dass über die Jahrhunderte etliche Familienzweige in eigenen Wohnhäusern innerhalb der Burgmauer lebten und anbauten. Ähnlich wie Burg Eltz/Mosel erklärt das die verschachtelte Anlage.

 

Aber zuerst möchte ich einige Kilometer wandern – quasi die Burg einkreisen. Ich nutze die wenig befahrene Rheingoldstraße, die durch ein Seitental nach oben führt.  Wie immer, wollte ich auch die Schönburg von oben ansehen. Leider war das von der Rheinhöhe aus nicht möglich. Auch die Straße hinab zur Burg verwehrte mir jeden Blick.

 

Erst am kleinen Parkplatz vor der Burg öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf den gewaltigen ‚Hohen Mantel’ frei. So eine mächtige Burgmauer sah ich noch nie. Viele Jahrhunderte war die Burg uneinnehmbar, erst 1689 wurde sie mit mächtigen Waffen durch die Franzosen zerstört. Der Milliarden schwere Deutsch-Amerikaner Rhinelander erweckte die Ruine 1855 zu neuem Leben. Er hat wohl einiges für Oberwesel getan, denn die Sportanlage im Ort trägt seinen Namen.

 

Die Innenräume der gesamten Anlage sind leider nicht zu besichtigen (Viersternehotel und Jugendherberge). Es ist aber schon interessant genug, durch Gänge immer neue Innenhöfe zu betreten. Auf dem letzten Hof, an der abfallenden Felswand, befindet sich ein Brunnen. Sehr gute Taktik, denn ohne Wasser hielt man einer Belagerung nicht lange stand.

 

Der direkte Wanderweg von der Burg herunter nach Oberwesel entpuppte sich mal wieder als steiler, felsiger Pfad. An ausgesetzten Stellen ist der Weg mit einem Geländer gesichert. Gut so, denn stolpern darf man nicht.

 

Unten angekommen beginne ich mit einer Ortsbesichtigung. Oberwesel hat für interessierte Betrachter einiges zu bieten.

 

Anfahrt: Bhf. Köln bis Koblenz, um steigen, weiter bis Bhf. Oberwesel

Kosten: Ich empfehle ein Tages- oder Schönes Wochenend-Ticket

Wanderkarte: Oberes Mittelrheintal, Rüdesheim 1:25.000

Weglänge: 7 km

Besuch Herbst 2011