Siebengebirge, Drachenburg

 

Schloss Drachenburg steht auf halber Höhe zum Drachenfels. Sie wurde Ende des 19. Jh. nach Vorstellungen eines Bonner Bankiers gebaut. In den letzten Jahren stand weithin sichtbar, ein riesengroßer Kran über dem Schloss, es ist restauriert worden.

 

Langsam umrundete ich das Schloss. Es ist an kitschiger Großmannssucht nicht zu überbieten, sorry – anders kann ich es nicht ausdrücken.

 

Der Garten wird in der Broschüre für Gartenkunst lobend erwähnt – zu Recht. Der Park, im Norden der Anlage, wurde mit herrlichen, exotischen Bäumen bepflanzt. Gepflegte Wege führen hindurch.

 

Ich las, dass der gesamte Baumpark in den ursprünglichen Zustand versetzt werden soll. D. h. wild wachsende Bäume und Büsche werden entfernt. Vom Haupteingang des Parkes bis zum Schloss soll wieder eine Ulmenallee angepflanzt werden.

 

Mich zieht es zum 30m hohen Nordturm, der ja bestiegen werden kann. 30m – was ist das schon! Oh, oh . . Es fängt mit einer hölzernen Wendeltreppe ganz harmlos an. Im I. Stock schaue ich durch eine Glaswand auf das „Kneipzimmer“ herab. Ja, dort würde mir ein Glas Wein auch gut schmecken – bei der Aussicht.

 

Eine Etage höher befindet sich das Trauzimmer. Wer sich bei der Trauung „langweilt“, kann den Blick durch die vielen Fenster über das Rheintal gleiten lassen.

 

Noch eine Kurve auf der Wendeltreppe und mir stockt der Atem! Eine senkrecht nach oben zeigende Stahltreppe mit schmalen Stufen ist mein weiterer Weg. Uff! Dann folgt eine über zwei Etagen frei stehende Stahlwendeltreppe – ich hasse das!! Aber nur so konnte der Turm begehbar gemacht werden. Seufz – immer diese Mutproben.

 

Auf der Turmkrone angekommen, vergesse ich erst einmal meinen Rückweg. Die Sicht nach allen Seiten ist grandios. Ob nur herab auf die Terrasse oder zum Petersberg mit der noblen Hotelanlage, zum Drachenfels oder ins weite Rheintal – einfach gigantisch.

 

Irgendwann musste ich mich dem Rückweg stellen. Zwei Schritte versuchte ich diese Treppe normal herunter zugehen, aber die Stufen waren zu schmal, nur mein Wanderschuh-Absatz hatte Platz. Nee, so nicht. Vorsichtig drehte ich mich herum, hatte ja in einer Hand die beiden Wanderstöcke!! Stufe für Stufe, unter krampfhaftem Festhalten, ging ich langsam die Stahltreppen herab. Unten angekommen, waren meine Knie etwas wackelig.

 

Ich entschied mich, den Weg nach Königswinter herab zulaufen. Die große Aussichtsterrasse des „Winzerhäuschens“ hat mir sehr gefallen. Einzelheiten über das Schloss stehen hier

 

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel:

Kölner Hbf bis Königswinter mit dem Zug, zu Fuß zur Zahnradbahn
Königswinter liegt im VRS-Gebiet

Besuch 2009