Neuer Garten, Schlosspark in Potsdam

 

Oft nehmen sich Potsdam-Besucher nur Zeit, Sanssouci zu besucht. Dabei sind auch die anderen königlichen Sommerschlösser und Parks, wie Glienicke, Babelsberg und der Neue Garten, sehenswert.

 

Das Sommerschloss Sanssouci und erste Parkteile ließ König Friedrich II. ab 1745 erbauen und anlegen.

 

Sein Nachfolger, König Friedrich Wilhelm II., ab 1786 auf dem Thron, hatte kein gutes Verhältnis zu seinem kinderlosen Onkel und wollte keineswegs dessen Schloss nutzen.

 

Auf jeden Fall ließ sich König Friedrich Wilhelm II. ein eigenes Sommerschloss außerhalb von Sanssouci erbauen und nannte diesen Park „Neuer Garten“. Noch heute bezeichnet dieser Name den Park am Heiligen See und Jungfernsee.

 

König Friedrich Wilhelm II. war ein Genussmensch und Frauenheld. Er hatte Ehen zur rechten und linken Hand, eine lebenslange Mätresse und „hunderte“ Abenteuer. So gibt es im Neuen Garten viele kleine Gebäude, die zu verschwiegenen Treffen einluden.

 

Schon als Kronprinz besuchte Friedrich Wilhelm ein gastliches Winzerhaus am Heiligen See-Ufer. Später kaufte der neue König die Gelände am See auf, ließ ab 1787 ein Schloss bauen und den Park anlegen. Das Winzerhaus, Rotes Haus genannt, steht noch heute.

 

Wie es die Mode vorgab, steht im Park eine kleine Pyramide. Hyroglyphen schmücken die schwere Einganstür. Das fensterlose Gebäude wurde als Kühlhaus genutzt. Vom zugefrorenen See nahm man das Eis und lagerte es im 5m tiefen Keller. Es soll bis über den Sommer gehalten haben.

 

Die kleinen Gebäude, wie Eremitage und Muschelgrotte, waren äußerlich oft dezent gehalten, waren aber aufs prächtigste ausgestattet. Nach und nach werden diese Kleinodien wieder erbaut bzw. restauriert. Um zwei winzige Häuschen mit Eichenborke zu verkleiden, werden seit Jahren Bäume geprüft – jetzt hat man wohl die richtigen gefunden. Ich bin gespannt, wie z. B. die fertige Eremitage aussehen wird.

 

Das hübsche Schloss „Marmorpalais“ am Heiligen See gelegen, ist seit 2009 fertig restauriert. Die Besichtigung machte mir viel Spaß. Für einen Zusatzbetrag von 3 Euro darf innen fotografiert werden. Übrigens auf der anderen Seeseite stehen Villen von Wolfgang Joop und Günter Jauch.

 

Schloss Cecilienhof, Sommerschloss des letzten deutschen Kronprinzen und Treffpunkt der Siegermächte 1945 ist ein hoch interessantes Gebäude. Verschachtelt, mit verschiedenen Gärten, etlichen Innenhöfen, schmückenden Schornsteinen - hier gibt es viel zu entdecken. Zwei Themen-Führungen werden im Gebäude angeboten: eine politische und eine über Königs. Ich entschied mich für Klatsch und Tratsch am Preußenhof.

 

In einem Schlossteil ist ein hochkarätiges Hotel untergebracht, in einem anderen Teil das Museum. Die ehemaligen Kronprinzengemächer und die Eingangshalle, in der die Siegermächte am Runden Tisch über das deutsche Nachkriegsschicksal entschieden, sind für Besucher zugänglich.

 

Soviel Kultur und Natur machen hungrig. In der königlichen Meierei wird, nach Wiederherstellung des Gebäudes, ein leckeres Bier gebraut. Bei schönem Wetter sitzt es sich herrlich am Wasser. Bei kühler Witterung laden die zünftigen Brauhausräume zum Verweilen ein.

 

Verschiedene Dampfer aus Potsdam-City und Berlin legen am Ufer an.