Potsdam - Pfingstberg mit Belvedere

 

Ein wenig Geschichte:

Der Pfingstberg zu Potsdam ist mit seinen 78m die höchste Erhebung der Stadt. Aus meiner Kindheit ist mir der ganze Stadtteil völlig unbekannt. Ich erfuhr: der Pfingstberg lag in der „Verbotenen Stadt“. Verboten für alle Normalbürger. In den Villen lebten die höheren Kommandanten der russischen Besatzung.

 

Nach dem Mauerbau war der Pfingstberg für die Potsdamer gesperrt. Die Bewohner hätten ja zu den Grenzanlagen schauen können.

 

So verfiel das Belvedere im Laufe der Jahrzehnte. Erst Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gründete sich eine Privatinitiative, bat um Geldspenden, vertiefte sich in alte Bilder und Bücher, krempelte die Arme hoch und begann mit dem Wiederaufbau.

 

2003 war es dann so weit. Das Belvedere „Schöne Aussicht“ war in seiner trutzigen Größe wieder erstanden.

 

 

Mein Besuch des Pfingstberges:

Der ganze Pfingstberg wurde in seinen ursprünglichen Zustand zurück versetzt. Ein gepflegter Wald mit guten Wegen und Sichtachsen, um z. B. den Flatowturm im Babelsberger Schlosspark zu sehen.

 

Nach einem kurzen, sachten Anstieg stehe ich vor den gewaltigen Mauern des Belvederes. Ich lasse das Anwesen auf mich wirken.

 

In den unteren Räumen befindet sich eine Foto & Video-Dokumentation über den Wiederaufbau des Belvederes. Mit welchem Enthusiasmus die Menschen an diese Mammutaufgabe gegangen sind. Das beeindruckt mich immer wieder.

 

Breite Freitreppen führen nach oben zu Kolonnaden-Gängen. Es macht Spaß sie zu durchwandeln, dabei über den kleinen Garten bis hin zum verspielten Pomonatempel zu schauen.

 

Ich betrete den Westturm und bewundere die freigelegten Restmalereien des Römischen Kabinetts. In einer Ecke windet sich eine filigrane Wendeltreppe nach oben. Ich habe es nicht so mit den „luftigen Höhen“. Aber es hilft nichts, ich möchte ja auf die Aussichtsplattform. Also los.

 

Die Aussicht über Potsdam, das ringsum liegende Land bis hin nach Berlin ist grandios.

 

Wendeltreppe wieder hinab gestiefelt und den Zwillingsturm besucht. Im Maurischen Kabinett kann geheiratet werden. Ist schon eine imposante Kulisse.

 

Über Bauherren, Baumeister, Gartengestalter etc. gehe ich hier nicht ein. Jeder Interessierte kann genaue Informationen auf Wikipedia finden.

 

Mein Rückweg soll mich zum Brauhaus „Meierei“ im Neuen Garten bringen. Ein leckeres Mittagessen habe ich mir verdient. Aber wie das manchmal so ist, nahm ich nicht den kürzesten Weg.

 

Ein schmaler Pfad zwischen üppigen Schrebergärten brachte mich auf einen geteerten Weg. Auch hier konnte ich mich für die phantasievoll angelegten Gärten begeistern. Am Ende des Weges fand ich ein Straßenschild: „Mauerweg“. Ich sah zurück. Also hier verlief die Mauer. Das bedeutet, die Gärten sind kaum 20 Jahre alt. Wunderbar, wie sich alles zum Guten verändert hat.

 

Klar trank ich in der „Meierei“ ein dort gebrautes Bier und aß was Leckeres.