Potsdam

 

Potsdam im Havelland. 

Das Arkadien der Italien-verliebten Preußen-Könige ab dem 19. Jh. Spätestens Friedrich Wilhelm IV. ließ durch seinen Baumeister Karl Friedrich Schinkel und seinen Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné Potsdam und das ganze Havelland in eine Sinfonie der Schönheit gestalten.

 

In Potsdam gibt es so unendlich viel anzusehen. Kleine Geschäfte in der Haupteinkaufsstraße, Restaurants, Cafés – alle mit Außenbestuhlung, werden gerne von Touristen besucht. In den Nebenstraßen steht noch manch unrestauriertes Haus in morbider Schönheit. Da schlägt meine Phantasie Purzelbäume.

 

Ein paar Stationen mit der Tram und ich bin in Bornstedt mit dem kleinen Friedhof, auf dem u. a. viele berühmte Gärtner begraben wurden. Die Gärtner-Dynastie Sello hat ein eigenes privates Friedhofs-stück. Hier steht auch der Grabstein des P. J. Lenné (er hat viele Parks im Rheinland gestaltet).

 

Die Bornstedter Kirche beherbergt ungewöhnliche Orgelpfeifen. Viktoria, englische Ehefrau des Kronprinzen und späteren Kaisers Friedrich Wilhelm III., hat die Orgelpfeifen in den britischen Nationalfarben mit Blumenranken bemalen lassen. Gedämpftes Licht lässt die dunkle Holzverkleidung aufleuchten. Der Kirchturm steht, wie ein Campanile, unweit des Kirchhauses.

 

Gegenüber liegt das Bornstedter Krongut. Ab 1867 Sitz des Kronprinzenpaares, ist es heute vollständig restauriert und für Besucher geöffnet. Ich besuche das Gut sehr gerne, streife durch die hübschen Geschäfte, liebe den Blechkuchen der Hof-Bäckerei und später ein Glas Büffel-Bier auf dem Gutshof. Am Bornstedter See stehen Bänke und Liegen unter Bäumen, herrlich.

 

In Bornim, gleich hinter Bornstedt, steht das Haus des bekannten Staudenzüchters Karl Foerster. Keine Bundesgartenschau ohne die Erwähnung seines Namens. Am Wohnhaus befindet sich ein Senkgarten. Der relativ kleine Garten senkt sich zur Mitte ab, am tiefsten Punkt endet er in einem Teich. Auf den verschiedenen Ebenen stehen blühende Pflanzen, Büsche und Bäume in dschungelartiger Dichte. Es ist eine wahre Oase.